Bibeln (nicht nur) für Kinder
Korntal, Dezember 2009
Liebe Freunde,
Kinder brauchen das Evangelium. Die Erziehung von Kindern im ethischen Vakuum postkommunistischer Gesellschaften bleibt eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Kindern jeden Alters die biblische Botschaft auf interessante und ansprechende Weise vertraut zu machen. Deshalb wollen wir Ihnen heute zwei unserer Kinderbibel-Projekte ans Herz legen, die wir in russischer und ukrainischer Sprache drucken wollen.
Dass Kinderbibeln bei weitem nicht nur Kinder ansprechen, zeigt die folgende Begegnung von Pjotr Lunitschkin, dem Leiter unserer Arbeit in Russland, an einem Heiligabend.
„Ich dachte, meine ehemalige Klassenlehrerin Bella Kargijewa würde sich für das Geschenk bedanken und mir versichern, sie werde die Kinderbibel ihren Enkelkindern vorlesen. Doch ihre Reaktion war ganz anders. Sie weinte. Und ich schwieg. Nach einer Weile erzählte sie:
‚Ich bin 74, habe nicht mehr lang zu leben. Noch vor zehn Minuten dachte ich, ich hätte eigentlich kein schlechtes Leben gelebt. Als Mitglied der kommunistischen Partei vertrat ich die leninistischen Ideen. Mein ganzes Leben lang unterrichtete ich an der Schule. Ich habe drei Kinder großgezogen und jetzt passe ich immer wieder auf meine Enkel auf.
Vor ein paar Minuten haben Sie, Pjotr, meine ganzen Wertvorstellungen umgeworfen. Die Kinderbibel rief Erinnerungen in mir wach. Plötzlich sah ich meine Mutter vor mir: Sie hielt ein Schulheft in den Händen, vollgeschrieben mit biblischen Geschichten. Jeden Abend erzählte sie mir vor dem Zubettgehen Geschichten daraus. Meine Mutter versuchte mir von klein auf den Glauben und die Liebe zu Gott beizubringen. Und ich glaubte! Ich glaubte an Gott mit einem aufrichtigen, kindlichen Glauben. Bis zu dem Augenblick, als streitbare Atheisten in mein Leben eindrangen. Erbarmungslos und heimtückisch erstickten sie allen christlichen Glauben in mir. Im Sommer 1937 wurde mein Vater verhaftet, ein halbes Jahr später meine Mutter abgeholt. Ich habe die beiden nie mehr gesehen. Die Sowjetmacht steckte mich in ein Kinderheim und redete mir den Glauben an eine strahlende Zukunft ein. Und so weihte ich mein ganzes Leben bewusst und freiwillig den leeren Ideen des Kommunismus. Ich vergaß meine Eltern, ihren Glauben und ihre Gebete für mich. Durch Ihr Geschenk wurde ich plötzlich an sie erinnert. Pjotr, bitte lehren Sie mich beten!‘“
An diesem Heiligabend fand Bella Kargijewa wieder zu Gott zurück. Die Begegnung mit einer Kinderbibel wurde zur Begegnung mit Gott. Das wollen wir auch vielen anderen Kindern, ihren Familien und Freunden in Russland und der Ukraine ermöglichen, wenn Sie uns dabei helfen.
Mit herzlichem Dank und besten Grüßen
Pfarrer Martin Hirschmüller Pfarrer Johannes Lange
Vorstandsvorsitzender Missionsleiter
PS: Gottes Wort schenkt Kindern Zukunft – mit Ihrer Unterstützung
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