Johannes Lange, Missionsleiter

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90 Jahre LICHT IM OSTEN -

Ein Blick in den Rückspiegel

 

Liebe Freunde,

 

2010, das sind 90 Jahre LICHT IM OSTEN und 20 Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Bei allen Anstrengungen, weiter voranzugehen, scheint es auch mal angebracht, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Was hat sich alles getan gerade in den letzten 20 Jahren? Hat sich die Mühe gelohnt? Was ist mit Ihrer Hilfe entstanden?

 

Ganz abgesehen vom segensreichen Einsatz anderer Missionen staunen wir darüber, was Gott unter anderem durch den schlichten Dienst von LICHT IM OSTEN in diesen beiden Jahrzehnten allein an neuen Gemeinde-Aufbrüchen geschenkt hat. So sind ganz neue, missionarisch orientierte Gemeindeverbände entstanden, etwa der Gemeindeverband der Evangeliumschristen an der Wolga und dem Ural oder der russlandweite Gemeindeverband Christliche und Missionarische Union, der aus unserer Literaturmission mit Straßenbibliotheken in den Neunzigern erwuchs. Von Wassili Dawidjuk, Taras Pristupa und anderen wurde ein neuer Gemeindeverband der Evangeliumschristen in der Ukraine gegründet. Durch die Zeltmissionsarbeit unseres Evangelisten Andrej Bondarenko entstand der Verband der Freien Evangelischen Gemeinden in Tatarstan. In der Republik Jakutien z.B. stellen die Evangelischen heute die größte religiöse Organisation dar, noch vor der Orthodoxen. In den unterschiedlichsten Völkern der einstigen Sowjetunion, in denen es vor der Wende keinen einzigen Christen gab, feiern heute Gemeinden ihre Gottesdienste und laden ihre Landsleute liebevoll dazu ein, in Jesus Christus Frieden und ein neues Leben zu finden, das sich wohltuend bis in die Gestaltung des Alltags und der Beziehungen hinein auswirkt. So gibt es kasachische, tuwinische, tschuktschische, adygeische und balkarische Gemeinden und in Kirgisistan einen landesweiten Gemeindeverband.

 

Aber auch in den Verbänden, die schon zu Sowjetzeiten bestanden haben, hat Gott gewirkt: Zum Beispiel hat sich die Zahl der Evangeliumschristen-Baptisten-Gemeinden in der Ukraine in dieser Zeit verdoppelt, und in der evangelisch-lutherischen Kirche Kaliningrads sind über 40 neue Gemeinden entstanden. Die Zahl der Mitglieder der Baptistengemeinden in Kasachstan ist im Vergleich zur Sowjetzeit ungefähr gleich geblieben, sogar leicht angewachsen, obwohl seither etwa drei Mal so viele Christen von dort ausgewandert sind.

 

Mit Ihrer Hilfe konnten wir unseren östlichen Partnern ermöglichen, Menschen in unterschiedlichen Notlagen zu helfen: tschetschenischen Kindern, Flüchtlingen aus Georgien, Roma in Rumänien und Bulgarien, Blinden in der Ukraine, Behinderten in Kasachstan und Bulgarien, Taubstummen in Russland und Kirgisistan, von Alkohol, Drogen und Menschenhandel gefährdeten Jugendlichen in Kaliningrad und Moldawien.

 

Dies alles und noch viel mehr ist geschehen, obwohl in den vergangenen Jahrzehnten aus den Ländern wie Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Ukraine, Moldawien etc. insgesamt ca. 300 000 Christen allein nach Deutschland ausgewandert sind und etwa 200 000 in die USA. – Ist es nicht zum Staunen, was Gott dort trotzdem gewirkt hat?

 

 

So grüße ich Sie herzlich zum Jahr 2010, das ja bereits bei Ihnen wie bei uns voll im Gange ist


Pfarrer Johannes Lange
Missionsleiter