
Liebe Freunde,
Ermutigung brauchen wir doch alle immer wieder, nicht wahr? So viele Dinge wollen uns ent-mutigen: äußere Umstände, die uns das Leben schwer machen, Situationen, die uns innerlich belasten und das Herz schwer machen, ein übermäßiger Berg an Arbeit und die eigenen Grenzen, an die wir immer wieder stoßen. Da brauchen wir Ermutigung. Nicht eine Ermutigung, die die Realität der Schwierigkeiten herunterspielt, das wäre ein Trostpflaster, das nicht lange hält. Wenn nur der nächste Moment kommt, der uns unter Druck setzt, reißt dieses Illusions-Pflaster ein. Nein, wir brauchen eine wirkliche Er-„mutigung“, etwas, das uns „mutig“ macht, damit wir gerade diesen Herausforderungen und Belastungen anders, eben mutiger, getroster, zuversichtlicher begegnen können. Deswegen erscheint „MUTIG“ auf der Titelseite unseres aktuellen Heftes mit anderen Buchstaben und in einer anderen Farbe.
Am besten ist es, wenn diese Ermutigung nicht von Menschen kommt, schon gar nicht aus uns selbst, sondern von Gott. Auch wenn es der Seele gut tut, wenn uns die Ermutigung durch Menschen zugesprochen wird, so ist es doch einzig die Ermutigung von Gott, die Verzagte wirklich mutig machen kann. Denn Gott ist der einzige, der über all den Umständen steht, die uns entmutigen wollen. Mit Fug und Recht versichert uns Jesus Christus: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ (Mt 28,18) Zugleich ist er derjenige, der sich tiefer als sonst jemand unter unsere eigene Schwachheit gebeugt hat: Er hat unsere größte Schwachheit, unsere Sünde, ans Kreuz getragen und durch seinen Tod und seine Auferstehung überwunden. Wenn die Bibel dann auch noch voll ist von Zusagen und konkreten Beispielen, dass er treu ist - gibt es da jemand Besseren, der uns ermutigen könnte?
Wenn die Bibel auf Ereignisse in der Vergangenheit zurückschaut, stellt sie dabei immer wieder besonders die Treue Gottes heraus, und das ermutigt dann für die Gegenwart und die Zukunft. So ist es uns auch bei der Vorbereitung und der Durchführung unserer Jubiläumskonferenz ergangen: In der Erinnerung an die neunzigjährige Geschichte unseres Missionsbundes sind wir immer wieder auf die Treue Gottes gestoßen, und das hat uns ermutigt für heute und für morgen. Betrachten Sie so doch auch einmal Ihre eigene Geschichte: Wo finden Sie darin Spuren der Treue Gottes? Lassen Sie sich dadurch mutig machen, nach vorne zu gehen!
Dass wir Gottes Treue immer wieder neu entdecken und dadurch ermutigt anderen Mut machen, das wünsche ich Ihnen und mir.
In herzlicher Verbundenheit
Pfarrer Johannes Lange
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