Kirgisistan

Nothilfe Kirgisistan

Kirgisistan aktuell: Grauen – und Wunder der Bewahrung

 

Ein christlicher Leiter in Kirgisistan berichtet:

Im Süden des Landes ist die Situation völlig außer Kontrolle geraten. Militante haben gepanzerte Fahrzeuge und eine unbegrenzte Menge an Munition und Waffen in ihren Besitz gebracht. Die Folge des Krieges sind bereits hunderte Tote, tausende Verletzte, viele niedergebrannte und zerstörte Häuser, sowohl öffentliche Einrichtungen als auch private Gebäude, und rund 100.000 Flüchtlinge, die in den benachbarten Republiken Zuflucht suchen. Und das ist noch nicht das Ende. Einigen Berichten zufolge bewegen sich die Militanten jetzt in andere Gebiete, um die Unruhen vom Süden auf das ganze Land zu übertragen.

Was morgen passieren wird, wissen wir nicht, aber wir haben einen allmächtigen Gott, der die Macht im Himmel und auf der Erde hat. Das haben wir in diesen Tagen wieder so klar gesehen. Wir staunen darüber, dass sowohl während der der Revolution Anfang April als auch in diesem Krieg bisher kein Gläubiger zu Schaden gekommen ist. Abgesehen von kleinen Bränden, die schnell gelöscht werden konnten, sind ihre Häuser und ihr Besitz verschont geblieben. Die Bethäuser sind in allen Städten und Dörfern unangetastet geblieben. Dies ist eine besondere Gnade Gottes und ein offensichtliches Wunder. Ich möchte einige Ereignisse hervorheben.

Das Bethaus in Osch liegt in einem weitgehend von Usbeken besiedelten Gebiet. Eine riesige Schar von Menschen bewegte sich wütend in Richtung Bethaus, tötete Menschen, setzte Häuser in Brand und zerstörte unterwegs alles. Als sie nur noch ca. hundert Meter vom Bethaus entfernt waren, kam von irgendwoher ein Panzer mit Soldaten, die das Feuer eröffneten. Die Menge begann sich zu zerstreuen und kam nicht mehr zurück.

Ähnlich war es auch in Dschalalabad. Als die Menschenmenge schon in der Nähe des Bethauses war, kamen Unstimmigkeiten unter ihnen auf, so dass sie anhielten, heftig diskutierten, anfingen sich zu streiten, sich schließlich umdrehten und zurückgingen.

Susak ist ein großes usbekisches Dorf, in dem auch eine Gruppe gläubiger Usbeken wohnt. Bereits zweimal versuchten Militante dieses Dorf zu zerstören, aber es kam nicht dazu. Gestern schien die Lage aussichtslos, das Dorf wurde belagert und eine große Menschenmenge bewegte sich auf das Dorf zu, in dem sich unbewaffnete Menschen befanden und am Verzweifeln waren. Aber in dieser Zeit haben tausende Menschen Gott darum gebeten, dass er seine Kinder bewahrt, und er wirkte ein Wunder. Kurz vor dem Dorf tauchten auf einmal Soldaten auf, die die Gräueltaten verhinderten, die Menge zurückdrängten und sie zwangen, nach Dschalalabad zurückzukehren.

Kürzlich hatte eine Gruppe von Christen versucht, in ihre Häuser nach Osch zu kommen. Die Straßen waren blockiert, es wurde wahllos geschossen. Das Auto wurde auch angeschossen, keiner von den Christen wurde verletzt, nur das Auto wurde beschädigt.

Zu den politischen Hintergründen: Nach der Revolution am 7. April ist die Macht an die Übergangsregierung gegangen, die es bisher nicht geschafft hat,  die Situation im Land unter Kontrolle zu bringen. Es gibt meiner Meinung nach mehrere Gründe dafür:
1. Die Übergangsregierung besteht aus inkompetenten Personen, die keine Vision, kein Programm für die Führung des Landes hat. Wichtige Fragen werden nicht geklärt, Zeit und Kraft wird für zweitrangige Angelegenheiten verschwendet. Einige Regierungsbereiche wurden von „zufälligen“ Personen besetzt, die weit von der Politik und den Fachgebieten entfernt sind. Diese Menschen haben keine Autorität.
2. Die Mitglieder der Übergangsregierung waren sich von Anfang an in ihren Ansichten und Vorgehensweisen nicht einig.
3. Es wurden keine strengen Maßnahmen ergriffen, um die Ordnung wiederherzustellen und das staatliche System zu etablieren. All das trägt dazu bei, dass die Anhänger der früheren Regierung einen großen Einfluss im Land haben und zu einer Destabilisierung der Situation beitragen.

Wir möchten alle aufrufen, Gott für seine Liebe und Barmherzigkeit von Herzen zu danken, und Sie bitten, dass Sie auch weiterhin für uns und unser Land beten. Gott segne Sie!