Dienstag, 10. August 2010
Die Lage ist sehr beunruhigend. Die Übergangsregierung ist auf Grund der im Oktober angesetzten Parlamentswahlen zurückgetreten. In der Spitze finden laufend irgendwelche Veränderungen statt.
Es wurden bereits Hilfsgüter verteilt. Dies sind vor allem Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Seife, Waschmittel. Zusätzlich wird den Betroffenen Geld für die Wiederherstellung von Dokumenten gegeben, da in den meisten Fällen alle Dokumente verbrannt oder zerstört wurden. Die Menschen haben keine Pässe, Führerscheine oder Dokumente für das Haus.
In Basar-Korgon, wo wir 20 Häuser wiederherstellen wollen, stoßen wir auf große Schwierigkeiten. An der Stelle, wo die Häuser standen ist es nicht gestattet zu bauen und für den Bau an einer neuen Stelle braucht man einen Plan vom Architekten, aber dies ist mit großen Problemen verbunden. Die Zeit läuft und die Menschen bleiben obdachlos, sind in Zelten untergebracht oder leben unter freiem Himmel. Wir von unserer Seite haben bereits einen Teil der Baumaterialien gekauft und sind bereit, sobald wir die Gelegenheit haben mit der Restaurierung der Häuser zu beginnen.
Trotz der instabilen Lage fahren die Gemeinden fort den Menschen in der Umgebung das Evangelium zu predigen: es finden Evangelisationen in russischer und kirgisischer Sprache statt. Auch Kinderwochen, verschiedene Jugendveranstaltungen, wo das Evangelisieren mit Wandern, Sport und Spielen etc. verbunden wird. In vielen Orten werden Büchertische und mobile Bibliotheken eingesetzt. Einige Gruppen von Brüder und Schwestern gehen in die Dörfer, wo keine Gemeinden vorhanden sind, um von Christus zu bezeugen und Literatur zu verteilen. Besonders fruchtbar ist der Boden jetzt im Süden unter den Usbeken, die in bedrängter Lage sind. Aufgrund der Tatsache, dass sie immer wieder Hilfe bekommen haben, sind gute Beziehungen entstanden und sie sind sehr offen für das Evangelium geworden.
Einige von ihnen kommen von sich aus und fragen nach geistlicher Literatur. Es wurden bereits mehrere tausend Neue Testamente und andere christliche Bücher verteilt. Gott sei Dank!
In letzter Zeit sind Drohungen gegen einige Gemeinden zu hören. Gewisse Mächte versuchen Muslime gegen Christen aufzubringen.
Wir bitten für das Schicksal Kirgisistans zu beten.
• Für die Erhaltung des Friedens und der Ruhe.
• Für die Einsetzung einer Regierung die Autorität und Gottesfurcht besitzt.
• Für die Wiederherstellung der Wirtschaft.
• Für ein geistliches Erwachen Kirgistans.
• Dass der Herr den Geschwistern Kühnheit bei der Verbreitung der Guten Botschaft schenkt.
• Dass das Wort Gottes die Herzen der Menschen erreicht und sie sich zum Herrn wenden.
• Für den Schutz der Brüder und Schwestern vor bösen und unaufrichtige Menschen
• Für die Stabilisierung der Situation im Land.
• Für die Fragen, die mit dem Bauen der Häuser verbunden sind.
• Dass es die Möglichkeit gibt den Menschen ungehindert Hilfe zu erweisen.
• Dass der Herr die Gemeinde und einzelne Gläubige vor Gewalt beschützt.
Montag, 12. Juli 2010
Infolge der tragischen Ereignisse im Süden von Kirgistan wurden Hunderte Menschen getötet, mehrere Tausend verletzt und Hunderttausende sind obdachlos geworden und haben jegliche Existenzgrundlage verloren. Obwohl viele internationale Organisationen Humanitäre Hilfe in das Katastrophengebiet gesandt haben, erreicht diese Hilfe die Bedürftigen nicht.
Hunderttausende Menschen bleiben in äußerster Not, und es fehlt an allem Lebensnotwendigen. Sie benötigen Nahrung, Kleidung, Schuhe, Seife, Waschmittel und Medikamente.
Da ihre Besitztümer geplündert und niedergebrannt wurden, leben sie ohne eigenes Dach über dem Kopf. Es wurden über 2000 Gebäude und davon vorwiegend Wohnhäuser zerstört. Die Situation bleibt weiterhin sehr angespannt und die Menschen leben in ständiger Angst vor neuen Auseinandersetzungen.
Unsere Kontaktpersonen im Land sind inzwischen unermüdlich im Einsatz, um Hilfstransporte von Lebensmitteln, Kleidung, Schuhen und Medikamenten zu organisieren, diese Dinge einzukaufen und dann auf den Weg zu bringen.
Hierzu eine Nachricht vom 30. Juni 2010, die uns erreichte:
„Bei unseren Hilfseinsätzen werden wir mit dem ganzen Leid der Menschen konfrontiert. Wir versuchen sie dabei zu trösten und in ihnen die Hoffnung auf den Frieden zu wecken, den Gott uns Menschen anbietet. Immer wieder fahren wir mit einigen Flüchtlingen in ihren Heimatort, wo viele dann fassungslos vor den Ruinen und verkohlten Überresten ihrer Häuser stehen. Solchen Menschen wollen wir helfen neu anzufangen. Für solche obdachlos gewordenen Menschen prüfen wir, ob es möglich ist, ihnen Notunterkünfte zu errichten, in denen sie zumindest vorübergehend eine Bleibe haben. Wenn genug Unterstützung eingeht, wollen wir den Menschen dabei helfen sich selber einfache Lehmziegelhäuser mit zwei Zimmern zu errichten.
Wir sind alle denjenigen von Herzen dankbar, die bereits auf diese Not reagiert haben und uns Hilfe zukommen ließen! Dennoch brauchen wir weiterhin Ihre Unterstützung und ihr Gebet.“
Dienstag, 29.06.10
Volksentscheid für parlamentarische Demokratie – ohne Zwischenfälle
Am Sonntag, 28.06.10, hat eine überwältigende Mehrheit der kirgisischen Bevölkerung beim Volksentscheid für eine neue Verfassung gestimmt. Diese sieht eine Stärkung des Parlaments und eine Einschränkung der Machtbefugnisse des Präsidenten vor. Beim Urnengang soll es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen gekommen sein. Dies ist ein Wunder angesichts dessen, dass diejenigen, die die blutigen Ausschreitungen der letzten Wochen schürten, große Mengen an Waffen und Munition in ihre Gewalt gebracht hatten.
Dennoch besteht nach den Verwüstungen der letzten Wochen nach wie vor ein großer Bedarf an elementarer Hilfe für die Menschen, die im Süden des Landes zu Schaden gekommen sind. Christen aus dem Norden des Landes sind hier unermüdlich im Einsatz mit Hilfstransporten von Lebensmitteln und Medikamenten. Sie brauchen unsere Unterstützung.
Montag, 21. Juni:
Auch wenn es im Moment im Großen und Ganzen zu keinen Kriegshandlungen kommt, herrscht eine äußerst angespannte Lage. Die Anhänger der früheren Regierung haben angekündigt, den Krieg auf das ganze Land auszuweiten. Für diese Tage haben sie konkrete Verwüstungs- und Mordaktionen angedroht, aber bisher ist es ruhig geblieben.
In Dschalalabad und Osch herrscht große Lebensmittelknappheit. Auch in den umliegenden Dörfern ist die Lage kritisch: Marodierende Banden ziehen umher, es gibt kein Wasser und keine Lebensmittel, keinen Strom, kein Gas.
Christen in Bischkek haben mit eigenen Kräften unter Lebensgefahr bereits erste Hilfstransporte mit Lebensmitteln nach Dschalalabad und Osch auf den Weg gebracht. Von dort aus werden auch usbekische Dörfer in der Umgegend besucht, um die Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen. Wir möchten helfen, dass sie noch mehr Hilfstransporte organisieren können, die von Christen vor Ort durchgeführt werden.