Hören statt sehen - eine Chance für Blinde

„Für meinen Weg zur Arbeit bei LICHT IM OSTEN in Kiew benötige ich jeden Morgen zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In dieser Zeit kann ich gut Bibel lesen und immer zur gleichen Zeit meinen bevorzugten ukrainischen Radiosender hören. In der Sendung kommen verschiedene interessante Menschen zu Wort.
Eines Morgens musste ich länger auf den Bus warten und in der Sendung hörte ich, wie ein junger Mann darüber sprach, dass er als Kind sein Augenlicht verloren und mit welchen Schwierigkeiten er in unserer modernen Welt zu kämpfen hatte.
Diese Sendung fesselte mich geradezu. Weiter berichtete er, wie er sich selbst, mithilfe eines speziellen Computerprogramms, den Umgang mit dem Computer beigebracht hatte.

Im Verlauf der Sendung schwärmte er davon, dass er nun über den ukrainischen Blindenverband auch andere Blinde in der Stadt Odessa anleitet, wie sie einen Computer benutzen können. Zudem hilft er dabei, die Audiobibliothek des Blindenvereins aufzubau-en. Bei diesem Satz wurde ich hellhörig und wusste nun, warum ich heute so lange auf den Bus warten musste – genau dieses Stichwort sollte ich hören: Audiobibliothek in Odessa. Seit vielen Jahren erstellen wir bei LICHT IM OSTEN Hörbücher für Blinde, anfangs auf Kassetten und nun auf CD bzw. als Audio-Dateien für das Internet.
Im Büro angekommen, suchte ich sogleich über das Internet nach der Telefonnummer des Blindenvereins in Odessa und rief an. Am anderen Ende meldete sich eine freundliche Frau. Ich erklärte ihr, dass wir ein breites Angebot an christlichen Hörbüchern und Audiozeitschriften anbieten und ihnen kostenlos zur Verfügung stellen könnten. Meine Gesprächspartnerin war ganz aus dem Häuschen, als sie verstand, dass ich von LICHT IM OSTEN war. Sie sagte: ‚Wir lieben Ihre Aufnahmen! Wie schön, dass Sie sich melden!‘ Ich erfuhr, dass der Verein umgezogen war und seither der Kontakt zu LICHT IM OSTEN abgebrochen war. Wir machten einen Neuanfang und von nun an erhalten blinde Menschen in Odessa wieder unsere Hörmaterialien mit der Guten Botschaft. Wir hoffen und beten, dass diese Menschen in dem auf Tonträger aufgesprochenen Wort die Liebe Jesu Christi ‚erblicken‘ können.“

Hilfe für Blinde

Alexander Naprejenko, Leiter des Dienstes an blinden Menschen in der Ukraine, berichtet aus seinem Dienst:
„Seit Beginn unseres Dienstes an blinden Menschen besuchen unsere Mitarbeiter blinde Personen, um ihnen Zeit zu schenken, zuzuhören und von Jesus weiterzuerzählen. Sie bringen ihnen immer wieder Lebensmittelpakete, gut erhaltene Kleidung und Schuhe vorbei. Viele Blinde leben sehr einsam und auf sich allein gestellt. Ihre Teilnahme am öffentlichen Leben ist sehr eingeschränkt und lässt sie daher in ihrer dunklen und einsamen Welt  verweilen. Mit unseren Besuchen und den von uns eigens produzierten Audiomaterialien, die teilweise mit professionellen Schauspielern als Sprecher aufgenommen worden sind, wollen wir den Blinden das wahre Licht in Jesus Christus greif- und hörbar näherbringen. Darüber möchte ich Ihnen ein wenig erzählen …“

"Was Sie für uns tun, bedeutet uns sehr viel!"

Interessante Parallelen...
Besuch in einer Schule für sehbehinderte Kinder:
„Jeden Herbst ruft uns die pädagogische Leiterin einer Schule für sehbehinderte Schüler an, um uns mit unserem Puppentheater für eine Aufführung in den Räumen der Schule einzuladen. Manche der Kinder sind in einem speziellen Heim für sehbehinderte Kinder untergebracht. Bei einem unserer Besuche machte ich folgende Erfahrung: Die Schüler lernen das Morse-Alphabet und wie man mit den Händen massiert. Als ich als junger Mann beim Militärdienst war, wurde ich dort als Funker eingesetzt und kannte daher das Morse-Alphabet sehr gut. Außerdem hatte ich früher auch eine Zeit lang als Masseur in einem Krankenhaus gearbeitet. Ich erkannte diese interessanten Parallelen zwischen mir und den Schülern und konnte daher mit ihnen das Alphabet üben. Als ich anfing den Kindern die einzelnen Zeichen des Morse-Alphabets vorzusummen, machten die Kinder begeistert mit und summten die Zeichen nach. Im Anschluss führten wir unser Puppentheater auf und nach der Aufführung durften alle Kinder unsere Puppen ‚ansehen‘, indem sie die Figuren berührten und sie auf diese Weise kennenlernten.
Zum Abschied schenkten wir ihnen die TROPINKA als Audio-CD. Diese Kinder lieben die CDs und freuen sich immer, wenn wir sie im Herbst aufs Neue besuchen.“

Ein besonderes Geschenk...
"Heute bekam ich ein Päckchen mit Hörbüchern auf CD. Das wird ein wundervolles Geschenk für meine blinde Frau. Nun kann sie auf diese einfache Weise das Wort Gottes und geistliche Bücher hören. Das Tolle dabei ist, dass nicht nur sie die Audiobücher hören wird, sondern auch unsere Verwandten und Nachbarn, denen wir die CDs gerne weitergeben werden, wenn meine Frau sie gehört hat. Ich danke Ihnen sehr für die Audiobücher, mit denen Sie den Blinden dienen."
N. Chartschuk, Ukraine

Schon lange in Kontakt...
"Lena Baranskaja ist eine hervorragende blinde Sängerin, die schon bei einigen Musikwettbewerben teilgenommen und dabei sogar schon Preise gewonnen hat. Lena hält schon viele Jahren mit uns in Kiew Kontakt. Mit ihr zusammen haben wir auch schon einige Tonaufnahmen gemacht und seither pflegt sie eine freundschaftliche Beziehung zu uns Mitarbeitern im Tonstudio.
Sobald sie eine neue Postlieferung von uns mit den aktuellen CDs bekommt, ruft sie uns sogleich an, bedankt sich und erzählt uns, wer ihre Lieblingsautoren sind und was sie beim Hören der letzten CDs erlebt hat.
Sie hält uns auf dem Laufenden, was alles so in der Welt der blinden Menschen passiert. Für uns ist sie wie ein Fenster, durch das wir in eine für uns völlig unbekannte und unsichtbare Wirklichkeit blicken dürfen."

 

"Bogdan, ein ehemaliges Heimkind aus einem Heim für Sehbehinderte, steht mit uns noch immer regelmäßig über Telefon in Kontakt und erklärt uns jedes Mal: 'Das, was Sie tun, ist für uns Blinde sehr wichtig und hilfreich. Ihre Bücher und Zeitschriften sind ein großer Segen und bedeuten mir sehr viel, danke!'"

"Ich höre was, was du nicht siehst!"

Liebe Freunde,

Menschen mit einer ausgeprägten Sehbehinderung haben keine Möglichkeit, das Wort Gottes zu lesen oder sich mithilfe von Büchern mit dem Glauben zu beschäftigen. Ihre Welt beschränkt sich auf die Eindrücke, die ihnen die verbleibenden Sinnesorgane liefern. Diese sind deswegen allerdings meist besonders gut ausgeprägt, so dass Sehbehinderte beispielweise Dinge viel besser durch das Hören wahrnehmen, als wir je mit unseren Augen erkennen könnten. Von daher ist es uns wichtig, diesen Menschen gerade über das Hören einen Zugang zu der besten Botschaft, die es der Menschheit weiterzusagen gilt, zu ermöglichen.
Aus diesem Grund erstellen wir jedes Jahr Audioversionen unserer Bücher und Zeitschriften für sehbehinderte Erwachsene und Kinder. Dank Ihrer Hilfe können wir derzeit rund 1.600 Abonnenten allein in der Ukraine mit Audio-CDs per Post beliefern. Um unsere Hörbücher auch noch einem größeren Kreis zugänglich zu machen, stehen sie mittlerweile auch auf den Internetseiten unserer Partner zum Anhören und als Download zur Verfügung.

Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, die Aufnahmen zu erstellen und das Audiomaterial zu verbreiten. Bitte beten Sie auch dafür, dass die Menschen, welche die Materialien hören, die rettende Botschaft des Evangeliums erkennen und es dadurch Licht in ihrem Dunkel wird.

Ein riesiges Dankeschön für Ihre Hilfe!

Aktuelle Spendenaktion: M4-2018 Blinde